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INHALT

In unserem neuen Stück mit dem bezeichnenden Titel „Nix als Kuddelmuddel“ gewähren wir nicht nur einen vergnüglichen Blick hinter die Kulissen, sondern ziehen uns gleichzeitig auch selber kräftig durch den Kakao. Ergebnis des Ganzen ist eine gnadenlose Komödie, ein Theater über das Theater, in dem der staunende Zuschauer endlich einmal auch das zu sehen bekommt, was bisher aus gutem Grund vor seinen Augen verborgen geblieben ist.

Die Handlung dreht sich - wie bereits erwähnt - um ein Theaterstück, genauer gesagt um eine recht merkwürdige Schauspielgruppe, die ein zweitklassiges Lustspiel auf-führen soll und will. Die Truppe besteht einschließlich des Regisseurs aus fünf Ak-teuren, einem Bühnentechniker und einer Souffleuse. Nach monatelangen Vorberei-tungen und intensiven Proben steht man nun am Vorabend der ersten Aufführung und damit kurz vor Beginn der Generalprobe.

Und genau diese „Generalprobe“ erleben die Zuschauer dann im ersten Akt auch hautnah und unter wachsendem Grausen mit. Denn leider entsprechen die Darbie-tungen nicht annähernd einem Niveau, das als „bühnenreif“ zu bezeichnen wäre. Nicht nur dass zeitgleich noch an den Kulissen herummontiert würde und wichtige Requisiten entweder gänzlich fehlen oder zumindest falsch platziert wurden. Auch die beteiligten Akteure tragen zum desolaten Gesamteindruck einiges bei. Es handelt sich nämlich nicht wirklich um talentierte Schaupieler, sondern eher schon um eine Ansammlung höchst eigenwilliger Deppen. Zu allem Überfluss hat der mitspielende Regisseur auch noch ein schlüpfriges Techtelmechtel mit zwei Bühnenkolleginnen gleichzeitig, ein männlicher Darsteller erweist sich als ausgewachsene und textvergessene Suffmeise und auch alle übrigen Mitspieler fallen ständig aus ihren Rollen: kurzum, die Sache geht vollständig „in die Hose“. Was bleibt da schließlich anderes übrig, als sich mit der alten Theaterweisheit zu trösten, daß auf eine verpatzte Generalprobe immer eine gelungene Premiere folgen muß.

Diese Premiere folgt dann am nächsten Tag, für das Publikum unmittelbar anschlie-ßend im zweiten Akt. Und mit ihr auch der Beweis, dass einer schlimmen Generalprobe durchaus noch eine negative Steigerung folgen kann. Was dabei dann alles passiert, muss an dieser Stelle natürlich noch verschwiegen werden. Bei allem gespielten Unfug und trotz aller einstudierten Pannen lässt Rainer Braun als „doppelter“ Regisseur immerhin durchblicken, dass die ganze Sache einen durchaus realen Hintergrund hat. Grinsend merkt er hierzu an: „Eigentlich spielen wir uns in diesem Jahr bloß selber! Und praktisch alle Pannen haben wir schon erlebt – Gott-seidank ohne dass es unser Publikum bemerkt hätte!“

 

AUTOR

Jürgen Hörner, am 14. Juli 1956 geboren als waschechter Pfälzer in Edesheim. Nach Abitur und Zivildienst folgte die Emigration in die Badische Residenz Karlsruhe. Im Anschluss an das Schauspielstudium zunächst Engagements an Karlsruher Bühnen einschließlich Gastrollen am Badischen Staatstheater sowie bei den Schlossfestspielen in Ettlingen. Erste Regieerfahrung am Karlsruher Privattheater "Die Insel". Ab August 1988 Gastverträge u.a. in München, Karlsruhe, Bad Hersfeld und Maßbach. Daneben Fernsehauftritte und Hörspielproduktionen in badischer und pfälzer Mundart beim SWR. Seit 1984 zunächst Gast-Regisseur am Karlsruher Volkstheater "D’ Badisch Bühn". Hier Uraufführung des ersten Theaterstückes im Juni 1986. Inzwischen ständiges Ensemble-Mitglied der "Badisch Bühn" und seit 1999 Theaterleiter.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 23. Oktober 2016 um 15:59 Uhr